Carolinea 77
106 Carolinea 77 (2019) 3.2 Phänologie In der Jagst-Kocher-Region wie auch andern- orts in Baden-Württemberg und Bayern ( E bert & R ennwald 1991, W illig et al. 2013) wird eine vollständige 2. Generation regelmäßig ausge- bildet, welche oftmals individuenreicher ausfällt als die 1. Generation. Während dieser Studie wurden Falter der 1. Generation vom 9.5. bis 5.6., die der 2. Generation vom 4.7. bis 4.8. re- gistriert. Die spärlichen Beobachtungen aus dem benachbarten Tauberland lagen 2014 ebenfalls in dieser Zeitspanne ( S anetra et al. 2015), wäh- rend sie 2013 nach sehr kühlem Frühjahr für beide Generationen deutlich später erfolgten. Im sehr warmen Sommer 2018 wurde in einer gut untersuchten Lokalpopulation bei Gaildorf (Lkr. Schwäbisch Hall) eine partielle 3. Generation Anfang September beobachtet (Abb. 21: R. P ro si , pers. Mitt.). Für Bayern werden vereinzelte Falter für den Oktober angegeben ( W illig et al. 2013), die sehr wahrscheinlich gleichfalls einer 3. Generation zuzurechnen sind. 3.3 Wirtspflanzen und Eiablage In Mitteleuropa kommen die Saat-Esparsette und die Sand-Esparsette ( Onobrychis arenaria ) für die Raupen von P. thersites als Nahrungs- quelle in Frage. Die letztgenannte Pflanzenart wächst in Deutschland vor allem in Mainfranken und Thüringen (www.floraweb.de) , jedoch nicht in der Jagst-Kocher-Region, womit dort alle Po- pulationen strikt an das Vorkommen von Saat- Esparsette gebunden sind. Da dieser Schmetter- lingsblütler im Jagst-Tal vergleichsweise häufig Abbildung 19. Fundorte von Polyommatus thersites in der Jagst-Kocher-Region während der Studie (schwarze Quadrate) und aus der LDS-BW (graue Quadrate, mit Jahr des letzten Nachweises). – Grafik: R obert G üsten . Creative Commons ( B ernd H aynold )
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