Carolinea 77

G üsten et al.: Bläulinge in der Jagst-Kocher-Region: Verbreitung, Ökologie, Schutz 107 auftritt, findet P. thersites hier vielfach günstige Lebensbedingungen. Sowhl weiter südlich im Untersuchungsgebiet als auch weiter nördlich im Tauberland wächst die Pflanze hingegen we- sentlich stärker zerstreut, womit auch die Zahl der Vorkommen von P. thersites abnimmt. Die Eiablage von P. thersites wurde sowohl bei der Frühjahrs- als auch bei der Sommer­ generation beobachtet, wobei einige Unter- schiede feststellbar waren (vgl. W illig et al. 2013). Im Frühjahr wurden die Eiablagen stets im Stängelbereich der Pflanzen, in den Achseln von Tragblättern und an der Basis der Fiederblät- ter beobachtet (Tab. 5, Abb. 22). Dabei wurden oft Stängelbereiche im unteren Drittel der Pflan- ze bevorzugt und dort manchmal mehrere Eier abgelegt. Sehr ähnliche Beobachtungen wurden auch im angrenzenden Tauberland ( S anetra et al. 2015) und in anderen Regionen Süddeutsch- lands ( E bert & R ennwald 1991, W illig et al. 2013) gemacht. Stellenweise wurden auch Eier oder Eihüllen durch gezielte Suche gefunden, die sich bevorzugt an den kräftigen basisnahen Stängeln befanden. Die Determination der Eier ist recht sicher, da P. icarus seine Eier fast stets an Laubblättern ablegt und Esparsetten nur aus- nahmsweise als Raupennahrungspflanze nutzt ( N unner 2013a). Vereinzelt wird bei P. thersites von Eiablagen an Blütenständen berichtet (z.B. W illig et al. 2013), und ein solcher Fall wurde auch beobachtet (Tab. 5). Es wurde dabei jedoch ein Blütenstand einer Nachbarpflanze belegt, welcher in einer Blattachsel verhakt war, so dass die Eiablagestelle wohl mehr zufällig zustande kam. Da die Raupen sich nicht von den Blüten- knospen ernähren, erscheint die Eiablage im Blütenstand unvorteilhaft. Die Weibchen der Sommergeneration wurden am 4.8.2017 und 20.7.2018 bei der Eiablage auf einer Streuobstwiese bei Gaildorf beobachtet (Tab. 5), die etwa drei Wochen vor der Flugzeit gemäht worden war. Hier gab es zu diesem Zeit- punkt wieder frisch ausgetriebene Esparsetten- Pflanzen. Trotzdem fand die Eiablage überwie- gend in der bodennahen Vegetation an dünnen Stängeln, Grashalmen oder anderen grünen Pflanzenteilen dicht bei den Esparsetten statt Tabelle 5. Eiablagebeobachtungen (Zahlen mit Pfeil) sowie Funde von Eiern und Eihüllen (Zahlen ohne Pfeil) bei Polyommatus thersites in der Jagst-Kocher-Region. Bei den Eiablagebeobachtungen beziehen sich einzelne Ein- träge auf jeweils ein beobachtetes Weibchen. Lokalität Ort der Eiablage Anzahl Eier Datum westlich Ailringen: Rötelweinberge O. viciifolia : Stängel à 1 17.05.2017 nordwestlich Zaisenhausen: Altenberg O. viciifolia : Stängel à 3 11.06.2017 nordöstlich Gaildorf: Wacht O. viciifolia , Grashalm, andere Blätter à 4 04.08.2017 nordöstlich Gaildorf: Wacht O. viciifolia : Stängel à 4 09.05.2018 südöstlich Ailringen: Eulenberg O. viciifolia : Stängel, Blattbasis à 2 22.05.2018 NSG Heide am Dünnersberg O. viciifolia : Stängel à 1 05.06.2018 nordöstlich Gaildorf: Wacht Geranium sp.: Blattunterseite à 1 20.07.2018 nordöstlich Gaildorf: Wacht Plantago media : Blattoberseite à 1 20.07.2018 südwestlich Krautheim: Armsberg O. viciifolia : Tragblatt à 1 17.05.2019 südwestlich Krautheim: Armsberg O. viciifolia : ungeöffneter Blütenstand à 1 17.05.2019 nordwestlich Zaisenhausen: Altenberg O. viciifolia : Stängel à 1 07.06.2018 Abbildung 20. Männchen von Polyommatus thersites ; Studiofoto; 3.8.2016. – Foto: D ennis S anetra .

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