Carolinea 77

G üsten et al.: Bläulinge in der Jagst-Kocher-Region: Verbreitung, Ökologie, Schutz 129 kannten Populationen von P. teleius zwischen den beiden Regionen um Wüstenrot und Bühlertann sind wahrscheinlich schon seit längerer Zeit er- loschen (z.B. Kupfermoor, Gem. Untermünkheim, Lkr. Schwäbisch Hall). Eine Lokalität mit Meldung eines Einzelexemplars aus dem Jahr 2015 im äußersten Osten der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge (Abb. 58) wurde nicht untersucht. Im Gegensatz zu P. teleius weist P. nausithous noch ein wesentlich stärker zusammenhän- gendes Verbreitungsareal auf und bewohnt auch Teilbereiche der anderen Naturräume in der Jagst-Kocher-Region (Abb. 58). Der nordwest- liche Teil des Untersuchungsgebiets bildet jedoch zusammen mit dem Bauland und weiten Teilen des Tauberlandes ein Areal, in dem die Raupen- nahrungspflanze, der Große Wiesenknopf ( San­ guisorba officinalis ) sehr schwach vertreten ist und wo demzufolge die Wiesenknopf-Ameisen- bläulinge vermutlich nicht auftreten. 9.2 Phänologie, Wirtspflanzen und Larvalhabitat Die Biologie und Ökologie von P. teleius und P. nausithous sind im Hinblick auf Phänologie, Raupennahrungspflanzen und Entwicklungsha- bitate sehr gut erforscht, so dass der Fokus die- ser Studie auf den Wirtsameisen lag (Kap. 9.3). Beide Arten fliegen meist von Anfang Juli bis An- fang August, wobei unter gleichen Bedingungen P. teleius ein paar Tage ( E bert & R ennwald 1991) oder auch etwa zehn Tage ( B inzenhöfer et al. Abbildung 58. Fundorte von Phengaris teleius in der Jagst-Kocher-Region während der Studie (schwarze Qua- drate) und aus der LDS-BW (graue Quadrate, mit Jahr des letzten Nachweises). Graue Schattierung: Areal von Phengaris nausithous in der Jagst-Kocher-Region. – Grafik: R obert G üsten . Creative Commons ( B ernd H aynold )

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