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Naturwissenschaftlicher Verein 205 aufhalten können, da sie ebenfalls einen zu gerin- gen Flächenanteil ausmachen (ca. 3-4 %) und der Artenrückgang auch dort bereits stattfindet. Die Teilnehmer der Diskussion fordern deshalb eine Wende in der Agrarwirtschaft. Systemische Insekti- zide wie Neonikotionide und ihre Nachfolger müs- sen verboten werden, die Güllewirtschaft auf den Wiesen muss aufhören. An die Politiker geht die Forderung, die EU-Agrarförderung so zu verändern, dass nicht mehr pauschal nach bewirtschafteter Fläche gefördert wird, sondern nach gesellschaft- lichen Leistungen: So sollten Landwirte finanziell belohnt werden, die Lebensräume für die biolo- gische Vielfalt schaffen und erhalten. Wir brauchen eine „biologische Marktwirtschaft“. Die Naturschutzverbände sollten ihren politischen Druck in diese Richtung verstärken, aber auch noch in eine zweite: Die gesetzlichen Beschränkungen zum Artenschutz waren für die Erhaltung der Schmetterlinge und vieler anderer Insekten völlig wirkungslos. Diese Bestimmungen erfassen nicht die massenhafte Vernichtung der Insekten an an- derer Stelle, z.B. durch die Landwirtschaft oder den Verkehr. Die Gesetze haben lediglich erreicht, dass das Interesse an der Natur stark abgenommen hat, ja dass sich Eltern von Kindern strafbar machen, die Tiere mit nach Hause nehmen. Damit geht der gesetzliche Artenschutz völlig fehl. Es ist an der Zeit, diese sinnlosen Verordnungen abzuschaffen, damit eine neue Generation von Insektenkundigen heranwachsen kann.Wir werden sie in Zukunft drin- gend brauchen. 3. Februar 2018 Nomaden der Lüfte – Gefiederte Wintergäste am Knielinger See Exkursion mit Dr. G erd S chön und K laus L echner (NABU Karlsruhe) sowie A ndreas W olf (Natur- schutzzentrum Rappenwört) zum Ramsar-Welt- tag der Feuchtgebiete 2018 Man traf sich zu der etwa vierstündigen Führung am Hofgut Maxau im Westen Karlsruhes. Der Vogelzug ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Bei der Wahl der Rast- und Winterplätze folgen die meisten Vögel der Tradition ihrer Vorfahren und lassen sich Jahr für Jahr an denselben Stel- len – auch entlang des Oberrheins – nieder. Sie kommen auf engstem Raum in großer Zahl zu- sammen, meist in Gesellschaft anderer Arten, die ihre Nahrungsvorlieben teilen. 6. Februar 2018 Wo kommt unser Saatgut her? Saatgutvermehrung in Deutschland Vortrag von Prof. Dr. M ichael K ruse (Universität Hohenheim, Fachgebiet Saatgutwissenschaft und -technologie) Der Vortrag gab einen Einblick in ein spezielles Gebiet der Landwirtschaft. Die sichere Versor- gung mit hochwertigem Saatgut ist eine Grund- voraussetzung für Ernährungssicherheit. Dieser Satz gilt, auch wenn er in einem Land mit Über- produktion und internationalem Handel in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen wird. Der Vortrag leitet deshalb zunächst den Bedarf an Saatgut in Deutschland her und stellt diesem die heimische Saatgutproduktion gegenüber. Weiter werden die grundlegenden rechtlichen Vorga- ben für die Saatgutvermehrung und deren Be- gründungen erläutert. Im Hauptteil wird aus der Sicht eines Landwirts die Organisation und der Ablauf der Saatgutvermehrung dargestellt und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angefügt. Abschließend wird die Relevanz des Landwirte privilegs und des Züchterprivilegs diskutiert. 20. Februar 2018 Calcit-Kristalle – Formen, Farben und Wachstumsphänomene Vortrag von Dr. P aul R ustemeyer (Gundelfingen) Das häufig vorkommende Mineral Calcit be- geistert die Sammler mit einer großen Vielfalt an Formen, Zwillingsbildungen und interessanten Wachstumsphänomenen. In diese Formen- welten und Wachstumsgeschichten führte der Vortrag mit Bildern von besonders interessanten („verrückten“) und prachtvollen Calcit-Kristallen. Diese wurden über Jahrzehnte in Museen und Privatsammlungen fotografiert. Obwohl reiner Calcit ein farbloses Mineral ist, präsentiert er sich aufgrund von „Verunreinigungen“ und optischen Phänomenen durchaus auch bunt. Zudem wird auch die Rolle des Calcits im Kohlenstoff-Kreis- lauf auf unserem Planeten besprochen. 13. März 2018 Solnhofen, ein faszinierendes Fenster in die Zeit des Erdmittelalters Vortrag von Dr. M artin R öper (Solnhofen) Die Steinbruchbetriebe haben eine mehrhun- dertjährige Tradition. Durch den Abbau der Soln- hofener Platten von Hand kamen viele Fossilien für die Wissenschaft ans Tageslicht, darunter mit dem Archaeopteryx das bekannteste Fossil der Erde. In der Paläontologie wurde Solnhofen fortan Synonym für das gesamte Natursteinvor- kommen von Solnhofen im Westen bis nach Kel- heim und Regensburg im Osten geführt. Heute umfasst die Solnhofener Erdgeschichte ein Jura- gebiet zwischen dem Nördlinger Ries im Westen und dem Kristallin des Bayerischen Waldes im
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