Carolinea 77
S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 243 am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ im Mittelpunkt der Arbeit. Neben der Vermittlung der geologischen Grundlagen für die Entstehung von Warm- und Kaltzeiten lag der Schwerpunkt der Ausstellungsarbeit darauf, zahlreiche Objekte aus der Pleistozän-Sammlung des SMNK der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kernstück der Ausstellung wurden großflächige naturgetreue Dioramen mit lebensgroßen, von der Firma QuaggaWildlife Art Associats aus Bar- celona in Abstimmung mit dem SMNK gefertig- ten Modellen vom Flusspferd, dem Europäischen Wasserbüffel, dem Merck‘schen Waldnashorn und dem Wollhaarnashorn (s. Abschnitt 1.2). Die Nashörner waren besonders wichtig, weil das SMNK über einen berühmten, bereits 1802 in Karlsruhe-Daxlanden gefundenen Schädel eines Waldnashorns verfügt, der von C arl C hristian G melin (1762-1837) für die Karlsruher Sammlun- gen übernommen worden war. Etliche Ausstellungselemente wurden eigens für die GLA von den Mitarbeiterinnen und Mitar- beitern der geowissenschaftlichen Präparation angefertigt, z.B. ein Lemminggang unter einer Schneedecke, ein Biberdamm und eine Höhle für Winterschlaf haltende Murmeltiere. Außer- dem wurden verschiedene künstliche und ech- te Pflanzen an pleistozäne Pflanzen angepasst und so konserviert, dass sie über die Dauer der Ausstellung erhalten bleiben. Andere Objekte mussten für die Ausstellung überarbeitet bzw. konserviert werden. Dazu gehörten großflächige Lackprofile, das Schädelfragment eines Auer- ochsen ( Bos primigenius ) und weitere Fossilien. Besonders aufwendig waren die Restaurierung des Geweihs eines Riesenhirsches und die „Fos- silisation“ des Abgusses eines rezenten Fluss- pferdschädels durch Umkolorierung. Der eigentliche Aufbau der Dioramen erfolgte in- nerhalb von drei Wochen. In dieser kurzen Zeit wurden die Großmodelle sowie paläontologische und zoologische Objekte platziert, künstliche Wasserflächen gegossen, Schnee-, Kies- und Waldlandschaften mit den zugehörigen Pflanzen gestaltet und zahlreiche Vitrinen bestückt. Dass dies alles termingerecht und optisch höchst an- sprechend gelungen ist, ist einem hervorragend funktionierenden Team zu verdanken, zu dem neben der Belegschaft der Präparation auch Praktikantinnen und Praktikanten sowie ehren- amtliche Helferinnen und Helfer gehörten. Die Koordination sowie ein Großteil der technischen Umsetzung und Präparationsarbeiten lag bei C hristiane B irnbaum und T im N iggemeyer , die in E lena P eter , B eate S täblein und R ike Z immermann sachkompetente Unterstützung fanden. Sämtli- che ausstellungsrelevanten Gewerke und Aus- schreibungen wurden von Dr . S abine M ahr enga- giert und zuverlässig koordiniert. Die Ausstellung wurde im Rahmen des German Design Award 2019 mit einer „Special Mention“ in der Kategorie „Fair and Exhibition“ für „herausragende Design- qualität“ ausgezeichnet. Möglich wurde dies, weil auch das Gestalter-Team, die Arbeitsgemein- schaft Sieveking von Borck, Bach Dolder Archi- tekten und S abrina F ritz , hervorragende Arbeit geleistet hat. Abbildung 12. C hristiane B irn baum restauriert das Geweih eines Riesenhirsches ( Mega loceros giganteus ) für die GLA „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“. – Foto: U. G ebhardt .
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