Carolinea 78
196 Carolinea 78 (2020) schutzgebiete im Enzkreis untersucht (NSG En- ztal zwischen Niefern und Mühlacker, NSG Beim Steiner Mittelberg, NSG Ersinger Springenhal- de). 2 Aktuelle Herausforderungen in der Grünlandpflege Das Dilemma der Mahd ist bekannt: Zwar kön- nen durch die Mahd nachweislich mehr Pflan- zengesellschaften gefördert werden als durch Beweidung ( E llenberg 1982 in O ppermann & G ujer 2003), jedoch kann der Eingriff für große Teile der Wiesenfauna tödlich enden ( H umbert et al. 2010, M üller & B osshard 2010, van de P oel & Z ehm 2014). Andererseits ist Mahd grundsätz- lich auch zum Erhalt der Habitate der Fauna not- wendig. V an de P oel & Z ehm (2014) fassen die Ergebnisse vieler Untersuchungen von verschie- denen Artengruppen zusammen und zeigen auf, dass vor allem rotierende Mähwerke eine höhere Schädigungsrate haben, wobei insbesondere Trommelmähwerke mit Aufbereitern am schäd- lichsten zu bewerten sind. Durch die Rotation entsteht ein Sog, wodurch mehr Insekten und Kleintiere ins Mähwerk geraten können. W ilke (1992 in S chiess -B ühler et al. 2003) wies nach, dass an Heuschrecken fünfmal mehr Schä- digungen durch Trommelmähgeräte (Schädi- gungsrate 26-30 %) als durch Balkenmähwerke (Schädigungsrate 6 %) erfolgen. Balkenmäh- werke gelten allerdings als wartungsintensiver, wohingegen rotierende Mähwerke das Futter mehr verschmutzen und zu einer langsameren Regeneration der Vegetation führen können ( van de P oel & Z ehm 2014). Daher müssen die Vor- und Nachteile verschiedener Mähwerke mit dem Zweck der Mahd in Einklang gebracht wer- den. Weitere Faktoren bei der Mahd wie bspw. Schnelligkeit, Schnitthöhe und Befahrmuster können die Wiesenfauna je nach Art und Weise negativ oder positiv beeinflussen ( van de P oel & Z ehm 2014). Nach der Mahd erfolgt der Ern- Abbildung 1. Altgrasstreifen im NSG Ersinger Springenhalde. – Foto: A lina S chulz .
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