Carolinea 78
250 Carolinea 78 (2020) Speleotheme seit vielen Jahren ein Forschungs- schwerpunkt der Referatsleiterin Dr. U te G eb - hardt sind, wurde sie aufgefordert, den Part „Nichtmarine Karbonate“ im renommierten In- ternational Course on Carbonate Microfacies („Flügel-Kurs“), der seit 1974 an der Universität Erlangen durchgeführt wird, zu übernehmen. Insgesamt 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem aus Brasilien, Chile, USA, Oman, Saudi-Arabien, Japan und Skandinavien lernten, kontinentale Karbonate zu erkennen und für Stra- tigraphie und Faziesanalyse zu nutzen. Darüber hinaus führt Dr. G ebhardt seit 2012 jährlich die Vorlesungsreihe „Einführung in die Erdgeschich- te“ durch, die ein fester Bestandteil der Ausbil- dung von angewandten Geologen am KIT ist. Die Arbeiten an den beiden Forschungsschwer- punkten „Miozän am Höwenegg“ und „Hochauf- lösende Stratigraphie im Permokarbon“ konnten erfolgreich fortgesetzt werden. Am Höwenegg wurde ein weiterer Bohrkern in Zusammenarbeit mit demKIT als Bachelor-Arbeit sedimentologisch und stratigraphisch bearbeitet. Auch hier stellte sich heraus, dass die Bohrung den Älteren Tuff leider nicht aufschließt, sondern stratigraphisch etwas älter ist. Aufgeschlossen wurde über Jura- Kalkstein der Albstein, der ein Küstenäquivalent der Oberen Meeresmolasse ist, und der tiefere Teil der Oberen Süßwassermolasse. Die Höwe- negg-Schichten, in denen in den vergangenen Jahren reiche Fossilfunde gelangen, sind etwas jünger und folgen über dem Älteren Tuff, dessen Nachweis hoffentlich in den noch zu bearbeiten- den Bohrkernen gelingen wird. Im Projekt „Hochauflösende Stratigraphie im Permokarbon“ wurde die Bohrung Jessen 2/61 mit ca. 450 m Vollkernstrecke im Permokarbon komplett bearbeitet und stratigraphisch neu be- wertet. Das bisher nur unzureichend als „Ober- karbon“ eingestufte Profil konnte sauber und mit mehreren stratigraphischen Methoden gut belegt in Rothenburg- und Siebigerode-Formation, in- nerhalb derer die Wettin-Subformation abtrenn- bar ist, untergliedert werden. Darüber folgt eine geringmächtige Halle-Formation mit vulkano- klastischen Sedimenten sowie die Eisleben- Formation, die zum Norddeutschen Becken bzw. Southern Permian Basin überleitet. Damit kann diese Bohrung als Proxy entscheidend zur Ein- stufung der weiter nördlich stehenden und bisher stratigraphisch nicht befriedigend bearbeiteten Bohrungen dienen. Zu diesen Ergebnissen trug Abbildung 13. Dr. U te G ebhardt als Leiterin des Inter- nationalen Karbonat-Mikrofazieskurses (Flügel-Kurs/ International Course on Carbonate Micro-facies) in Er- langen. – Foto: B arbara S euss . Abbildung 12. Begehrtes Mineral: Azurit-Malachit- Scheibe aus der Sammlung von Katharina der Großen.
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