
Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
229
Doch auch mit Projektpartnern in Baden-Württ-
emberg baut das SMNK seine Kooperation
aus. So werden für die Zusammenarbeit mit der
Stadt Rauenberg (Rhein-Neckar-Kreis) und mit
der Gemeinde Immendingen (Landkreis Tutt-
lingen) ebenfalls Vereinbarungen für eine noch
intensivere Kooperation vorbereitet. Hintergrund
sind die schon seit Jahren laufenden wissen-
schaftlichen Ausgrabungen von Fossilien in der
Tongrube Unterfeld (Oligozän, ca. 30 Millionen
Jahre alte Fossilien mariner, limnischer und ter-
restrischer Lebensgemeinschaften in großem
Artenreichtum) sowie am Höwenegg (Miozän,
ca. 10 Millionen Jahre alte Fossilien, insbesonde-
re von Großsäugetieren). Ein schönes Beispiel
für das Netzwerk an Kooperationen des SMNK
aus dem Bereich Biowissenschaften ist die Pu-
blikation „Mykologie in Baden-Württemberg“,
die – initiiert und koordiniert von Pilz-Kurator Dr.
M
arkus
S
choller
– im Dezember 2012 als 308
Seiten starker Band 19 der SMNK-Schriftenreihe
„Andrias“ erschien.
Am 30.5.2012 entstand große Unruhe im und
rund um das SMNK, als in den Badischen Neu-
esten Nachrichten (BNN-Ausgabe Nr. 123)
gleich drei umfangreiche Artikel mit folgenden
Überschriften zu lesen waren: „Kulturszene von
Kürzung bedroht? Wirbel um Liste aus Finanzmi-
nisterium“ (S. 1), „Viel Wirbel um eine „Giftliste“:
Staatliche Kürzung der Museumsetats würde die
Häuser lähmen“ (S. 3) und „Sparidee von 1999
wieder hervorgekramt: Denkt Land wirklich an
Fusion der Naturkundemuseen?“ (S. 17). Zu le-
sen war dort, dass es in der Landesregierung
Überlegungen gäbe, die Etats der staatlichen
Museen Baden-Württembergs um 20 Prozent zu
kürzen und die Naturkundemuseen von Karlsru-
he und Stuttgart zu fusionieren. Es folgten als-
bald Dementis von Vertretern der Landesregie-
rung, aber auch eine Landtagsanfrage von sechs
Abgeordneten der CDU-Fraktion zur Zukunft der
Staatlichen Museen für Naturkunde in Karlsruhe
und Stuttgart. Diese wurde am 23.7.2012 von Mi-
nisterin
T
heresia
B
auer
MdL beantwortet. In der
Antwort heißt es u.a., dass die Kommission für
Haushalt und Verwaltungsstruktur des Landes
das MWK um Prüfung gebeten hat, „ob eine Kür-
zung der Zuschüsse an die staatlichen Museen
möglich ist.“ Vor Abschluss dieser Prüfung kön-
ne über die Auswirkungen von Kürzungen keine
Aussage getroffen werden. Außerdem heißt es
in der Antwort wörtlich: „Eine rechtliche Zusam-
menlegung der beiden Museen unter Beibehal-
tung der bisherigen Standorte hätte zunächst
keine Auswirkungen für die Museumslandschaft
in Baden-Württemberg und für das kulturelle An-
gebot in Karlsruhe und Stuttgart.“ Dies ist eine
Aussage, die in Karlsruhe und Umland auf viel
Widerspruch stößt, da sich große Teile der Be-
völkerung sehr stark mit dem Staatlichen Muse-
um für Naturkunde Karlsruhe identifizieren und
solidarisieren, immerhin handelt es sich beim
SMNK mit seinem Gründungsjahr 1785 um eine
der ältesten Institutionen dieser Art weltweit – äl-
ter beispielsweise als das 1793 gegründete Mu-
Abbildung 12. Bei der
Eröffnung der Fotoaus-
stellung „Antarktische
Eislandschaften – Foto-
grafien von Lilo Tadday“
ist die Künstlerin (Mitte,
sie begleitete 2001 und
2006 Antarktisexpedi-
tionen des Alfred-We-
gener-Instituts für Polar-
und Meeresforschung)
im Gespräch mit
S
ylvia
J
ung
, Mitglied des Vor-
stands der Freunde des
Naturkundemuseums,
sowie Mitarbeitern des
Hauses (links
M
onika
B
raun
, rechts Dr.
M
an
-
fred
V
erhaagh
).