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Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

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Doch auch mit Projektpartnern in Baden-Württ-

emberg baut das SMNK seine Kooperation

aus. So werden für die Zusammenarbeit mit der

Stadt Rauenberg (Rhein-Neckar-Kreis) und mit

der Gemeinde Immendingen (Landkreis Tutt-

lingen) ebenfalls Vereinbarungen für eine noch

intensivere Kooperation vorbereitet. Hintergrund

sind die schon seit Jahren laufenden wissen-

schaftlichen Ausgrabungen von Fossilien in der

Tongrube Unterfeld (Oligozän, ca. 30 Millionen

Jahre alte Fossilien mariner, limnischer und ter-

restrischer Lebensgemeinschaften in großem

Artenreichtum) sowie am Höwenegg (Miozän,

ca. 10 Millionen Jahre alte Fossilien, insbesonde-

re von Großsäugetieren). Ein schönes Beispiel

für das Netzwerk an Kooperationen des SMNK

aus dem Bereich Biowissenschaften ist die Pu-

blikation „Mykologie in Baden-Württemberg“,

die – initiiert und koordiniert von Pilz-Kurator Dr.

M

arkus

S

choller

– im Dezember 2012 als 308

Seiten starker Band 19 der SMNK-Schriftenreihe

„Andrias“ erschien.

Am 30.5.2012 entstand große Unruhe im und

rund um das SMNK, als in den Badischen Neu-

esten Nachrichten (BNN-Ausgabe Nr. 123)

gleich drei umfangreiche Artikel mit folgenden

Überschriften zu lesen waren: „Kulturszene von

Kürzung bedroht? Wirbel um Liste aus Finanzmi-

nisterium“ (S. 1), „Viel Wirbel um eine „Giftliste“:

Staatliche Kürzung der Museumsetats würde die

Häuser lähmen“ (S. 3) und „Sparidee von 1999

wieder hervorgekramt: Denkt Land wirklich an

Fusion der Naturkundemuseen?“ (S. 17). Zu le-

sen war dort, dass es in der Landesregierung

Überlegungen gäbe, die Etats der staatlichen

Museen Baden-Württembergs um 20 Prozent zu

kürzen und die Naturkundemuseen von Karlsru-

he und Stuttgart zu fusionieren. Es folgten als-

bald Dementis von Vertretern der Landesregie-

rung, aber auch eine Landtagsanfrage von sechs

Abgeordneten der CDU-Fraktion zur Zukunft der

Staatlichen Museen für Naturkunde in Karlsruhe

und Stuttgart. Diese wurde am 23.7.2012 von Mi-

nisterin

T

heresia

B

auer

MdL beantwortet. In der

Antwort heißt es u.a., dass die Kommission für

Haushalt und Verwaltungsstruktur des Landes

das MWK um Prüfung gebeten hat, „ob eine Kür-

zung der Zuschüsse an die staatlichen Museen

möglich ist.“ Vor Abschluss dieser Prüfung kön-

ne über die Auswirkungen von Kürzungen keine

Aussage getroffen werden. Außerdem heißt es

in der Antwort wörtlich: „Eine rechtliche Zusam-

menlegung der beiden Museen unter Beibehal-

tung der bisherigen Standorte hätte zunächst

keine Auswirkungen für die Museumslandschaft

in Baden-Württemberg und für das kulturelle An-

gebot in Karlsruhe und Stuttgart.“ Dies ist eine

Aussage, die in Karlsruhe und Umland auf viel

Widerspruch stößt, da sich große Teile der Be-

völkerung sehr stark mit dem Staatlichen Muse-

um für Naturkunde Karlsruhe identifizieren und

solidarisieren, immerhin handelt es sich beim

SMNK mit seinem Gründungsjahr 1785 um eine

der ältesten Institutionen dieser Art weltweit – äl-

ter beispielsweise als das 1793 gegründete Mu-

Abbildung 12. Bei der

Eröffnung der Fotoaus-

stellung „Antarktische

Eislandschaften – Foto-

grafien von Lilo Tadday“

ist die Künstlerin (Mitte,

sie begleitete 2001 und

2006 Antarktisexpedi-

tionen des Alfred-We-

gener-Instituts für Polar-

und Meeresforschung)

im Gespräch mit

S

ylvia

J

ung

, Mitglied des Vor-

stands der Freunde des

Naturkundemuseums,

sowie Mitarbeitern des

Hauses (links

M

onika

B

raun

, rechts Dr.

M

an

-

fred

V

erhaagh

).